Das Maß aller Dinge

Axel Kmonitzek ist Inhaber der Uhrenmanufaktur Fischer & Cie und Initiator des Netzwerks „Deutschlands feine Maßmanufakturen“. Mit uns spricht er über den Charme der Maßanfertigung und sein Projekt „Deutschlands feine Maßmanufakturen“:

Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Deutschlands feine Maßmanufakturen ist ein unabhängiger Zusammenschluss von unterschiedlichen Maßmanufakturen aus der Republik. Wie der Name schon verrät, dreht sich bei den Mitgliedsmanufakturen alles um die individuelle Maßanfertigung. Angefangen bei edeln Maßanzügen, über einzigartige mechanischen Armbanduhren, bis hin zu rahmengenähten Maßschuhen geht es jedem unserer Mitglieder darum, Produkte herzustellen, die nicht von der Stange erworben werden können. Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Maßanfertigung, die nach den ganz persönlichen Wünschen und Vorstellungen unserer Kunden als Einzelstücke oder in kleinen Serien nach allen Regeln der Handwerkskunst gestaltet und gearbeitet werden. Faszinierende Kleinode, bei denen der Kunde zu einem elementaren Teil ihrer Entstehung wird. Produkte mit herausragender Seele und Geschichte.

Warum braucht es so eine Spezialisierung?

Es gibt in zahlreiche Verbände und Zusammenschlüsse, wo Manufakturen ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsame Interessen durchzusetzen. Allerdings handelt es sich bei den Mitgliedern auch häufig auch um sehr große Unternehmen, die selbstverständlich andere Märkte bedienen und unterschiedliche Interessen verfolgen als unsere Manufakturen. Während die großen Marken unter den Manufakturen eigene Serien, insbesondere im asiatischen Raum, international anbieten, liegt unser Fokus ganz klar auf der individuellen Anfertigung für den Heimatmarkt. Bei einem Vertrieb über mehrere Handelseben, der international nahezu zwingend erforderlich ist, geht auch immer ein Teil der Seele verloren. Darum probieren wir immer direkt mit dem Kunden zu sprechen. Wir leben von dem persönlichen Kontakt zum Kunden, unserem Verständnis für seine Werte und seinen individuellen Anspruch an ein handwerklich für Ihn persönlich gefertigtes Produkt. Auch wenn es zahlreiche Schnittmengen zu den großen Manufakturen gibt, hat es sich gezeigt, dass eine Spezialisierung auf das Thema „Maß“ für uns und unsere Partner Sinn macht. Selbstverständlich sehen wir uns immer nur als Ergänzung zu den bestehenden Verbänden und unsere Mitglieder sind häufig auch in anderen Organisationen aktiv.

Wie steht Deutschland im weltweiten Vergleich bei den Maßmanufakturen da?

Das Label „made in Germany“ hat natürlich auch bei Maßmanufakturen Gewicht. Im Gegensatz zu einigen Hochburgen, z.B. England (insbesondere die Saville Row) für Maßanzüge, Frankreich für Lederprodukte und die Schweiz für Uhren, ist Deutschland eher als „Allrounder“ zu sehen. Weltweit genießen deutsche Produkte einen hervorragenden Ruf, dass gilt natürlich auch für die individuell angefertigten Produkte nach Kundenwunsch. Die Qualität für Deutsches Handwerk begründet sich mitunter natürlich auch in unserem Ausbildungssystem, Gesellen und Meisterbrief sind in der Form sicherlich ein Alleinstellungsmerkmal.

Welche Aktionen des Verbandes sind geplant?

Es gibt diverse Veranstaltungen mit und für unsere Kunden, angefangen bei Lesungen, über Schuhplegeseminare bis zur Manufakturführung. Die „Meisterstücke“ ist eine unserer größeren Veranstaltungen und wird Anfang 2015 wieder in Hamburg stattfinden. Personen, die Maßanfertigung wünschen, stellt man sich als radikale Individualisten vor.

Welche Beobachtungen haben Sie in Bezug auf Ihre Kundenkreise gemacht?

Der Personenkreis ist sehr bunt gemischt, hier gibt es ganz unterschiedliche Charaktere. Es eint Sie in der Regel der Sinn für Schönheit und Qualität. Der typische Maßkunde ist sehr aufgeklärt und kennt sich aus. Er kennt sich mit Stoffen, Uhren sowie Leder aus und legt Wert auf Qualität und Handarbeit. In der Regel kaufen diese Kunden nicht aufgrund von Namen oder Prestige, vielmehr gönnt er sich selbst etwas Schönes, woran er ganz persönlich Freude dran hat.

www.Massmanufakturen.de