Manufakturen @ Tag des Handwerks

Die Deutschen Manufakturen bekommen ihren eigenen Aktionstag:

Bei „Manufakturen@Tag des Handwerks” am 20. September 2014 dreht sich alles um deutsche Handarbeit, ihre Produkte und deren Qualität. Auf dem historischen Gelände der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin (KPM) zeigen die Mitglieder der Initiative und andere Manufakturen in einer großen Leistungsschau ihre Produkte und den einzigartigen Prozess ihrer Herstellung.

Der Aktionstag „Manufakturen@Tag des Handwerks” ist gemeinsam von der „Initiative Deutsche Manufakturen – Handmade-in-Germany” (IDM) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) ins Leben gerufen worden. Neben der zentralen Veranstaltung in Berlin zu der sich Manufakturen anmelden können, sind Manufakturen aus dem ganzen Land aufgerufen, interessierten Besuchern ihre einzigartige Handwerkskunst im Rahmen eines Tages der offenen Tür zu präsentieren.

Vom traditionellen Handschuhmacher bis zum innovativen Erfinder hochwertiger Audiosysteme können alle Manufakturen, die sich der handgemachten Produktion in Deutschland verpflichtet fühlen ihre Fertigkeiten am 20. September 2014 der Öffentlichkeit präsentieren. Die IDM bewirbt das bundesweite Event und informiert über Aktionen an einzelnen Standorten. Unter folgendem Link können sich interessierte Manufakturen kostenfrei registrieren.

Mit der Aktion im Rahmen des Tags des Handwerks bekommen diese Betriebe die Gelegenheit, ihrer einzigartigen Bedeutung gerecht zu werden, als Garant für Qualität und Handwerkskunst.

Juwelen des Mittelstandes: Michael T. Schröder über die Zielsetzung des Manufakturentages

Was kann ein zentraler Manufakturentag leisten aus Ihrer Sicht?

Zentrales Anliegen dieses ersten zentralen Manufakturtages, den wir gemeinsam mit dem ZDH ausloben, ist ein Fokus auf diese Manufakturbetriebe zu lenken. Manufakturen sind besonderer Ausdruck des Deutschen Mittelstandes, sind eng in ihrer Region verwurzelt und sind ein Imagefaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Handarbeit im Sinne des Manufakturwesens und die hohe Qualität der Produkte mit weltweitem Ruf sollen damit auch wieder einer breiten Öffentlichkeit bewusst gemacht werden.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte gibt es zum Start dieser neuen “Tradition”?

Eine inhaltlichen Schwerpunkt im Sinne von spezifischen Gewerken oder Produkten kann und sollte es nicht geben, denn das Manufakturwesen in Deutschland ist vielfältig. Denn wussten Sie, dass Rückwände bei der Oscar-Verleihung mit Wandelementen von WELTER aus Berlin ausgestattet werden? Dass bei ROECKL/München der letzte Deutsche Handschuhmacher arbeitet? Dass weltweit Philharmonien oder Kirchen mit Orgeln von KLAIS/Bonn ausgestattet werden? Dass die Schreibunterlage von Frau Merkel bei WÜNSCH/Berlin gemacht wurde, oder dass viele Springreit-Weltmeister nur auf Sätteln von STÜBBEN/Westfalen reiten, oder die rosa Mendl-Box in „The Grand Budapest Hotel“ von FAPACK/Berlin war, oder die weltweit schönsten Seidenblumen von der KUNSTBLUME aus Sebnitz/Sachsen, und Schuhe für Lady Gaga oder Thomas Gottschalk von KAY GUNDLACK aus Pachim kommen?

Es wird aber insofern dann doch wieder einen Schwerpunkt geben, als am 19.09 mit der „Nacht der Manufakturen“ auf dem Gelände in Form einer geschlossenen Veranstaltung zunächst die 1.Leistungsschau von 25-30 Manufakturen eröffnet werden wird, die dann wiederum am Samstag, dem 20.09 allen Interessierten offen steht. Hier werden sowohl Produkte wie Ausschnitte aus den Fertigungsprozessen einzelner Manufakturen gezeigt werden.

Sie sind sehr gut politisch vernetzt. Welche Hilfe kann die Politik Manufakturen geben?

Nun, zunächst einmal darf ich sagen, dass wir es in nun 3 Jahren seit Gründung der „Initiative Deutsche Manufakturen – Handmade in Germany“ geschafft haben, dass sowohl das Ministerium für Wirtschaft wie das Auswärtige Amt, die Manufakturen als „Juwelen“ des Deutschen Mittelstandes entdeckt und anerkannt haben. Im weiteren wird es uns darum gehen, dass wir gemeinsam mit der Politik die notwendigen Rahmenbedingungen für diese Unternehmen sichern. Hierbei geht es um die drohende Gefahr aussterbender Handwerksberufe, spezifischer Steueraspekte, aber auch Unterstützungen im Bereich Außenhandel. Was wäre Ihr persönlicher Wunsch an die deutschen Manufakturen? Ihnen dabei zu helfen und geholfen zu haben, dass sie insofern auch die Zeichen der Zeit erkennen und sich in Design- und Vertriebsfragen offen und flexibel erweisen, denn eine Manufaktur ist keine Insel, sondern braucht auch die notwendige Anpassungsfähigkeit im Übergang von einer Generation zur nächsten. Dies scheint mir im Moment die größte Herausforderung für viele Manufakturen zu sein und durch unsere Initiative hierzu beitragen zu können, ist mein größer persönlicher Wunsch.

Weitere Informationen:

Handmade in Germany